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Christof Hagen
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       Diphtherie

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Zusammenfassung

Francisko Goya, 1802-1812: Diphtherie

Die Diphtherie ist eine akute, manchmal lebensbedrohliche Infektionserkrankung, die durch Corynebacterium diphtheriae, einem toxinbildendem Bakterium ausgelöst wird. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Innerhalb weniger Tage kommt es zu allgemeinem Krankheitsgefühl, Fieber, Hals-, Bauch- und Gliederschmerzen. Am häufigsten ist die Rachendiphtherie mit hochroter Entzündung, grau-weißlichen Belägen und kloßiger Sprache. Die Giftwirkung führt bei den gefürchteten, sog. toxischen Verläufen zu Herzmuskelentzündung, Lähmungen (häufig Schluckstörungen), Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Durch die Schutzimpfung, eine mögliche antibiotische Therapie und die Entwicklung eines Antitoxins ist die Diphtherie heutzutage weniger bedrohlich.

Definition

Die Diphtherie ist eine akute Infektionskrankheit, die durch das Toxin des Corynebacterium diphtheriae verursacht wird. Sie manifestiert sich lokal in der infizierten Region, also den Mandeln sowie dem Hals-Nasen-Rachenraum und verursacht dort eine Entzündung, die zum Absterben des Gewebes führt.

Erreger

Die Fähigkeit der Bakterien zum Auslösen der Krankheitssymptome ist abhängig von ihrer Fähigkeit, bestimmte Gifte, also Toxine, zu produzieren. Die produzierten Gifte führen zu einer Störung der Stabilität von Zellmembranen und damit zu Zellschäden bzw. zur Zellzerstörung. Die Toxine wirken auch auf Organe ein, die von der eigentlichen Entzündungsstelle weiter entfernt liegen, wie zum Beispiel Herz, Niere und Leber. Dies begründet auch die gefährlichen Komplikationen der Diphtherie.

Übertragung

Das Bakterium existiert hauptsächlich im Menschen. Die Übertragung erfolgt von Bakterienträgern durch Tröpfcheninfektion wie zum Beispiel durch Husten, Niesen und Küssen.

Häufigkeit

Die Diphtherie ist durch die aktive Impfung zurückgedrängt, aber nicht vollständig verschwunden. Sie tritt aufgrund von Impflücken immer wieder lokal begrenzt auf, und ist dann mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Der Erfolg der Impfung lässt sich deutlich ablesen: um 1920 zählte man in den USA ca. 150.000 Fälle von Diphtherie pro Jahr, von denen ca. 15.000 tödlich verliefen. Zwischen 1980 und 1986 traten nur noch 24 Fälle auf, von denen 2 tödlich waren. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) warnt vor einer neuen Epidemie, vor allem in der ehemaligen Sowjetunion, wo z.B. im Jahr 1994 rund 48.000 Fälle von Diphtherie auftraten, an denen 1.700 Personen starben. Die WHO hat deshalb in diesen Ländern ein Impfprogramm gestartet.

Symptome

Die Zeit von einer Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt im Durchschnitt zwei bis sechs Tage. Die Verlaufsformen sind, je nach Immunitätslage des Infizierten, sehr unterschiedlich.

Lokalisierte Diphtherie, Mandeldiphtherie, Rachendiphtherie Beginn mit Abgeschlagenheit, Übelkeit, Hals- u. Schluckschmerzen, oft Bauch- u. Gliederschmerzen, selten Erbrechen; auch ohne Allgemeinerscheinungen. Anfangs leichtes, später ansteigendes Fieber.
Nasendiphterie Auftreten bevorzugt bei Säuglingen und Kleinkindern . Behinderte Nasenatmung, Unruhe, gestörte Nahrungsaufnahme. Seröser oder eitriger blutiger Schnupfen. Erosionen und Krusten am Naseneingang.
Kehlkopfdiphtherie Als Ersterkrankung, meist im Gefolge der Rachendiphtherie. Bellender Husten, zunehmende Heiserkeit, Aphonie. Erschwerte Einatmung mit Pfeifgeräusch.
Seltenere Lokalisation Hautdiphtherie -> Auftreten an Verletzungen; Geschwüren Bindehautdiphtherie -> blutigwässrige Absonderung, Membranbildung, oft Mitbeteiligung der Hornhaut.
Fortgeschrittenes Stadium der Diphtherie Intensive und rasche Ausbreitung der Membranbildung von mehreren Stellen der Mandeln, Gaumen und Zäpfchen, Nasenschleimhaut. Stärkere Allgemeinerscheinungen. Lokalisierte Lymphknotenschwellungen.
Toxische Diphtherie Durch massive Gifteinschwemmung treten toxische Verläufe mit Beginn der Krankheit oder erst im Verlauf einer lokalisierten oder sich ausbreitenden Diphtherie aus. Ausgedehnte, schmierige, missfarbene, blutige, bräunliche Beläge. Intensiv faulig-süßer Geruch. Blutungsneigung.
Toxische Komplikationen
  1. Herzmuskelentzündung (tritt früh auf)
  2. Neurologische Störungen: besonders Lähmungen unterschiedlichster Art, wie z.B. eine Schlucklähmung
  3. Leberentzündung
  4. Nierenfunktionseinschränkung

Diagnose

Die Diagnose und der Verdacht auf Diphtherie wird aufgrund des klinischen Bildes gestellt. Das Ergebnis des Nachweises des Erregers als Abstrich in einem wachstumsfördernden Medium, in welchem sich die Bakterien gut vermehren, ist frühestens nach 12 Stunden zu erwarten.

Therapie

  • Diphtherie-Antitoxin, also ein Gegengift, das vom Pferd gewonnen wird, ist bereits bei Verdacht zu verabreichen, da keine Zeit zur Verfügung steht, eine sichere Diagnose abzuwarten (s.o.).
  • Penicillin oder Erythromycin werden für mindestens zehn Tage gegeben und senkt die Toxinbildung, da es den Erreger bekämpft.
  • Bei einem Verschluss der Atemwege durch das Zuschwellen der Luftröhre muss frühzeitig ein Luftröhrenschnitt durchgeführt werden.
  • Strenge Bettruhe für fünf bis sechs Wochen.

Prophylaxe

Die Diphtherie lässt sich durch Schutzimpfungen vermeiden.

Prognose

Sie ist bei toxischer Diphtherie ernst, bei Herzmuskelentzündung, besonders mit Rhythmusstörungen, und beim Zuschwellen der Luftröhre gibt es bleibende Schäden. Bei guter Behandlung ist die Fatalität allerdings gering.

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